Auto was? Autophagie. Ausgesprochen ah-tah-fuh-gee.
Wenn du dich schon eine Weile mit Fasten beschäftigst, hast du dieses lustig klingende Wort sicher schon gehört.
Aber vielleicht verstehst du noch nicht genau, was es bedeutet. Lass es uns aufschlüsseln (Wortspiel beabsichtigt!).
Was ist Autophagie überhaupt?
Hattest du schon mal das Bedürfnis, alle deine Schränke und Schubladen auszumisten und die Dinge wegzuwerfen, die du nicht mehr benutzt und die nur Platz wegnehmen?
Kleider, die nicht mehr passen, kaputte Fernbedienungen, die zufällige VHS-Kassette von früher … du weißt schon … Kram.
Du wirfst alles weg und musst dann natürlich neue Sachen kaufen.
So ungefähr funktioniert Autophagie im Körper.
Genauer gesagt ist Autophagie ein Stoffwechselprozess, bei dem der Körper alte Zellen und Gewebe abbaut, die nicht mehr gebraucht oder nützlich sind, und Platz für Neues schafft.
Es ist buchstäblich Teil des körpereigenen Recycling-Systems. Wie cool ist das?
Wie funktioniert Autophagie?
Wie viele Prozesse im Körper wird Autophagie durch Hormone gesteuert. In diesem Fall durch Glukagon und Insulin.
- Glukagon schaltet Autophagie ein
- Glukagon steigt, wenn Insulin sinkt
- Insulin sinkt, wenn du nichts isst
Es ist also leicht zu verstehen, warum Fasten Autophagie fördert: Wenn du fastest, sinkt Insulin, Glukagon steigt und Autophagie wird aktiviert.
Man kann es auch so sehen, dass Autophagie eine Reaktion auf Stress ist.
Fasten ist ein positiver Stress. Und die Reaktion des Körpers ist: „Oh oh, es kommt kein Essen rein, irgendwas stimmt nicht, wir müssen aufräumen und uns vorbereiten.“
Und dieses Aufräumen ist genau das, was du willst.
Welche Vorteile hat Autophagie?
Autophagie wird oft als „Quelle der Jugend“ bezeichnet, weil sie den Alterungsprozess buchstäblich zu verlangsamen scheint.
- Autophagie spielt eine große Rolle für die Gehirngesundheit und hilft, Krankheiten wie Demenz und Alzheimer vorzubeugen.
- Das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen wird durch Autophagie verringert
- Einige Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes können verhindert und sogar rückgängig gemacht werden
- Da Autophagie all die beschädigten Zellen beseitigt, gibt es Hinweise darauf, dass sie das Krebsrisiko senken kann.
Außerdem ein großer Bonus: Oft haben Menschen, die viel Fett verlieren, schlaffe Haut, aber Autophagie kann dabei helfen!
Weil Autophagie buchstäblich bedeutet, dass der Körper sich selbst „frisst“ (auto=selbst und phagy=essen), haben Menschen, die viel Fett durch Fasten verlieren, oft nicht so viel schlaffe Haut wie diejenigen, die durch Diäten abgenommen haben.
Wie findest du diesen Bonus?
Wie lange muss ich fasten, um Autophagie zu erreichen?
Studien zeigen, dass Autophagie etwa nach 36 Stunden ihren Höhepunkt erreicht und bis etwa 48 bis 72 Stunden anhält. Danach flacht sie wieder etwas ab.
Deshalb entscheiden sich viele Menschen für rollierende Fastenperioden von 36, 48 oder 72 Stunden, um immer wieder in den optimalen Bereich der Autophagie zu kommen und von den Vorteilen zu profitieren.
Was schaltet Autophagie aus?
Grundsätzlich schaltet Essen oder Trinken von allem außer Wasser, einfachem Tee oder Kaffee dieses Recycling-System aus. Oder verlangsamt es zumindest (im Körper findet immer ein gewisses Maß an Selbstheilung statt).
Die Idee ist, dass alles, was Insulin erhöht, Autophagie behindert.
Denn denk daran: Wenn Insulin steigt, sinkt Glukagon. Und Glukagon ist es, das Autophagie anregt.
Muss ich fasten? Gibt es andere Wege, Autophagie zu erreichen?
Obwohl Fasten bei weitem der beste Weg ist, regen auch Keto- oder Carnivore-Diäten ein gewisses Maß an Autophagie an.
Das liegt daran, dass diese Diäten fettreicher und kohlenhydratarmer sind, wodurch die Insulinwerte niedriger bleiben.
Bewegung kann Autophagie ebenfalls bis zu einem gewissen Grad fördern.
Und es wird auch angenommen, dass Kaffee (bitte ohne Zucker) Autophagie auslösen kann.
Aber nochmal: Nichts fördert Autophagie so effektiv wie Fasten.
Und du musst keine langen Fastenperioden machen. Selbst wenn du nur einmal pro Woche 72 Stunden fastest, profitierst du davon.
Auf Autophagie abzielen!
Mit intermittierendem oder längerem Fasten kannst du Autophagie anregen und dir die besten Chancen auf ein längeres, gesünderes und glücklicheres Leben geben.
Und dann kannst du dich an die Aufräumarbeit in deinen Schubladen machen.

